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Vereinsfest 2017

Jubiläumsfest  des  Obst-und  Gartenbauvereines  Schiffweiler   am   02. / 03. September 2017

Seit vielen Jahren feiert der Obst-und Gartenbauverein Schiffweiler am ersten Wochenende im September sein zweitägiges Vereinsfest. Nur diesmal war es ein besonderes Vereinsfest, denn es wurde das  110 jährige Jubiläum begangen. Ein kurzer Schauer samstags gegen 15 Uhr konnte die Stimmung nicht beeinflussen, und so konnte der 1. Vorsitzende, Herr Horst Burkhardt, um 16 Uhr das Jubiläumsfest  eröffnen. Er begrüßte alle Mitglieder und Freunde und besonders den Ortsvorsteher ,Herrn Dominik Dietz , den Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins Leopoldsthal, Herrn Erwin Klein, sowie den Volksliederchor Göttelborn mit seinem Dirigenten, Herrn Bernd Kipper,  ganz  herzlich.  dankte ihnen für ihr Kommen  und wünschte allen einige schöne Stunden  bei zunächst  Kaffee und  Kuchen. Um  18 Uhr fand  dann die  eigentliche Jubiläumsfestlichkeit  statt. Zur Einstimmung  trat der Volksliederchor auf. Ein kleiner Chor, aber stimmlich auf hohem Niveau. Die vorgetragenen Lieder waren das Schubertsche  „Im Abendrot“, dann der „Bettelbu“ von Pauli und „die Rose“ von Amando Mc Brown aus dem Jahre 1979. Großer Applaus dankte den Sängern, zu denen auch das Vereinsmitglied Hans Werner Harsch seit vielen Jahren gehört. Nun begann der 1. Vorsitzende, Herr Horst Burkhadt, seine Laudatio auf den Obst- und Gartenbauverein.  Er dankte zunächst dem Volksliederchor unter der Leitung von Herrn Bernd Kipper für den großartigen Einstieg. Dann führte er in die 110. Jährige Geschichte des Vereins ein. Da er in seiner Rede gleichzeitig Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Obst- und Gartenbauvereins darstellte, soll sie in voller Länge vorgestellt werden.(siehe Anhang) „Schon um die Jahrhundertwende vom 19. Ins 20. Jahrhundert hatte sich eine Interessengemeinschaft Obst- und Gartenbau unter der Leitung von dem damaligen Schullehrer Wagner zusammengefunden, bevor es dann im Jahre 1907 zur Vereinsgründung kam. Das damalige, gesteckte Vereinsziel versuchte man zu erreichen; durch Versammlungen, Ausstellungen, Prämierungen sowie den Erstrebungen  günstiger Einkaufsverhältnisse der jeweiligen Gebrauchsartikel, wie z. B. Samen, Pflanzen, Geräte etc. Eine eigene Kelterei, in der das anfallende Obst zu Saft verarbeitet werden konnte, wurde schon um 1910 betrieben. Zunächst wechselte der Standort der Kelter vom Privatgrundstück Hamm zum Mitglied Kuhn und zu Letzt in der Zeit von 1938 bis 1950 zum Mitglied Andreas Wagner. 1951 konnte eine vereinseigene Kelter in der Rathausschule eingerichtet werden. Im Herbst 1951 nahm man in der Rathausschule den 1.eigene Brennkessel in Betrieb. Nun bestand die Möglichkeit mit   eigenen Anlagen Obstsäfte und Obstbrände herzustellen. Die Bestrebungen des Vereins gingen jedoch dahin, ein eigenes Grundstück zu erwerben, auf dem ein Kelterhaus mit Brennerei errichtet werden sollte. Hierzu erwarb der Verein 1953 ein Grundstück in der heutigen Comeniusstraße. Da die Gemeinde dieses Grundstück für die Zufahrt zur neu erbauten Schule benötigte, tauschte man  1958 das Grundstück gegen einen 99 Jahre laufenden Pachtvertrag für das leerstehende Schulhaus in der Klosterstraße mit der Gemeinde Schiffweiler um. Seit dieser Zeit ist das alte Schulhaus in der Klosterstraße, das Vereinshaus in dem die Brennerei und Kelterei untergebracht sind.  Die Ziele des Obst- und Gartenbauvereins wurden in der Satzung von 1954 dahin gehend neu formuliert in dem die Pflege, Förderung und Ausdehnung des Obst-  und Gartenbaues auf all seinen Gebieten unterstützt wird. Wichtige Bereiche sind weiterhin die eigene Brennerei und Kelterei. Der Wandel der Zeit ist auch in unserem Verein zu spüren. In früheren Jahren wurden Hausgärten gehegt und gepflegt, Kräuter, Salate, Gemüse etc. angebaut und zur Erntezeit haltbar verarbeitet. Das Obst wurde geerntet, eingemacht oder zu Marmelade, zu Säften oder zu Schnäpsen veredelt. Das Angebot an Obst und Gemüse ist heutzutage das ganze Jahr über so groß, dass man sich im Supermarkt oder auf den Obst- und Gemüsemarkten immer mit frischer Ware eindecken kann. Dadurch sind viele Gärten zu Rasenflächen umgewandelt worden und diese wiederum dann mit Sträuchern und Blumen verschönert. Wir mussten auch diesen Gegebenheiten Tribut zollen und haben uns mehr auf die Obstverwertung spezialisiert. Unsere Anlagen haben wir in den letzten Jahren in der Kelterei und Brennerei mit größeren Investitionen auf den neuesten Stand gebracht. Dies war nur mit Unterstützung der Vereinsmitglieder in Eigenleistung möglich. Hierzu nochmals ein herzliches Dankeschön. Ein weiterer Meilenstein in unserem Verein ist die Förderung der Geselligkeit durch regelmäßige Lehrfahrten, Vereinsausflüge und Adventsfeiern. Unser Verein hatte bei der Gründung 1907, 395 Mitglieder, zurzeit haben wir noch 162 Mitglieder. Die Mitgliederstruktur sieht so aus, dass durch Todesfälle mehr Mitglieder ausscheiden, als neue hinzukommen. Unsere Anlagen sind trotzdem gut ausgelastet, weil viele Vereine in den umliegenden Orten die Obstverwertung eingestellt haben und somit das Einzugsgebiet für uns einen Radius bis 30 km erreicht. Zum Abschluss kann man feststellen, wir sind ein gesunder Verein mit Zukunftsperspektiven. Liebe Mitglieder, liebe Gäste, zu unserem Jubiläumsfest wünsche ich Ihnen alles Gute, Geselligkeit und gute Unterhaltung.“

Langanhaltender Applaus von allen anwesenden Mitgliedern und Besuchern dankte dem Vorsitzenden für seine Rede. Nun folgte die Ehrung von Mitgliedern für langjährige Vereinstreue. 55 Jahre gehören Frau Rosemarie Guthörl und Alois Hoffmann dem Verein an, 40 Jahre dabei sind Fritz Becker, Kurt Kümmel, Wolfgang Peters und Heinz Kuhn und 25 Jahre Peter Becker, Günter Jedamus, Erich Kipper, Friedrich Schaan und Herbert Weirich. Da viele Jubilare aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnten, wurden die anwesenden Mitglieder Erich Kipper, Alois Hoffmann,  Heinz Kuhn und Friedrich Schaan persönlich geehrt. Jeder erhielt als Dankeschön des Vereins eine sehr schön  gestaltete Ehrenurkunde und eine Flasche „Brunnenwasser“ aus der Brennerei.  Alle freuten sich  über die Ehrung und versprachen auch weiterhin Treue zum Verein. Auch die erkrankten Jubilare erhalten selbstverständlich persönlich die Ehrung. Danach trat der Volksliederchor Göttelborn wieder auf und erfreute alle mit den Liedern „Das Würfelspiel“, „die Rose von Burgund“ und „Weinland“. Der große Applaus aller Anwesenden und ein besonderes „ Dankeschön“ des Vereinsvorsitzenden,  Herrn Horst Burkhardt, an alle Sänger war der richtige Ausdruck für die sehr gute Vorstellung.  Der Chorleiter, Herr Bernd Kipper bedankte sich im Namen des Chores und als Zugabe gab es einige Strophen aus dem Studentenlied „Krambambuli“, welches aus dem 17. Jahrhundert stammt. Bei gutem Essen, wie Rostwürsten und Schwenkbraten und dazu  passenden Getränken ging der erste Tag des Jubiliäumsfestes zu Ende. Der zweite Tag, Sonntag, der 3. September, begann  gegen 10 Uhr mit dem Frühschoppen. Das zunächst kühle Wetter besserte sich im Laufe des Tages immer mehr, und ab Mittag zeigte sich die Sonne und die Stimmung aller Besucher war entsprechend gut. Wie alljährlich gab es neben Rostwurst und Schwenkbraten den besonderen Spießbraten mit Kartoffelsalat, der sich großer Beliebtheit erfreute. Mit musikalischer Unterhaltung auch am Nachmittag bei Kaffee und Kuchen ging das Jubiliäumsfest am Abend zu Ende. Zu Recht  konnte der  1. Vorsitzende, Herr Horst Burkhardt,  am frühen Abend allen Mitgliedern und Besuchern für die Teilnahme an diesem Jubiliäumsfest recht herzlich danken.  Er vergaß natürlich nicht, auch allen Helferinnen, Helfern und den Geld- und Kuchenspendern ganz  besonders zu danken. Das 110jährige Vereinsfest 2017 ist nun Geschichte, aber viele Vereinsfeste werden auch in Zukunft folgen.